Willkommen beim Netzwerk der Odenwälder Wirtschaft

Die Industrie-Vereinigung Odenwaldkreis (IVO) ist das Netzwerk der Odenwälder Wirtschaft. Sie fördert praxisnah und nutzenorientiert den Erfahrungs- und Wissensaustausch, gibt kompetente Antworten auf wichtige Fragen und steht in ständigem Kontakt mit Schulen, Wirtschaftsverbänden, den Verwaltungen und den politischen Gremien. Die IVO vertritt die gemeinsamen Interessen von grundsätzlicher Bedeutung gegenüber der allgemeinen Öffentlichkeit und den zuständigen amtlichen Stellen.

Ende der Schuldenpolitik durch eine glaubwürdige Konsolidierungspolitik der Euroländer

Volksbank Odenwald und Industrievereinigung Odenwaldkreis holen mit Professor Wolfgang Franz einen Wirtschaftsweisen in die Region


von Manfred Giebenhain

Mit Professor Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Franz haben die Volksbank Odenwald eG und die Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO) mitten in der Schuldenkrise einen absoluten Kenner der gesamtwirtschaftlichen Lage verpflichten können, der Odenwälder Wirtschaft und Politik aus erster Hand Rede und Antwort zu stehen. Die Nachfrage zu der Veranstaltung am 17. November in der Odenwaldhalle übertraf alle Erwartungen. Schließlich konnten der Vorstandsvorsitzende der Voba, Rainer Eckert, und IVO-Vorsitzender Jürgen Walther über 800 Interessierte begrüßen, die der Einladung zur gemeinsamen Veranstaltung unter dem Titel "Gibt es eine Zukunft mit der Schuldenkrise? - Wie belastbar ist die Eurozone?" nachgekommen waren.

Trotz der Nervosität der Märkte stehe die Volksbank als stabiler Partner der Odenwälder Wirtschaft zur Kreditversorgung verlässlich zur Seite, versicherte Rainer Eckert. An die Adresse der Politik appellierte er, die Lösung der Staatsverschuldung nicht länger "mit halbherzigen Beschlüssen" hinauszuzögern. Auch Jürgen Walther forderte zum entschlossenen Handeln auf und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, mit dem anstehenden Standortmarketing werde die "Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft eine deutliche Steigerung" erfahren.

Professor Wolfgang Franz, der an der Universität von Mannheim lehrt und Präsident des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist, leitete seinen Vortrag mit einem ausführlichen Datenmaterial über die deutsche wie internationale Wirtschaftslage ein. Letztlich führe alles darauf hinaus, dass "nur eine glaubwürdige Konsolidierungspolitik der Problemländer die Finanzmärkte beruhigen" werden können. In diesem Zusammenhang sprach Franz von "einem gehebelten EFSF". Den Rettungsschirm für notleidende Mitgliedsländer der Eurozone müsse an Bedingungen geknüpft werden wie Kapazitätsobergrenzen. Um Dominoeffekte zu verhindern, empfahl er allen Mitgliedsländern, die im Vertrag von Maastricht festgelegte Obergrenze der Staatsverschuldung von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts konsequent anzustreben und einzuhalten. Weitere Neuverschuldungen erteilte er eine klare Absage.

"So gewinnen wir das Vertrauen in die Märkte zurück", was letztlich den besonders belasteten Ländern wie Italien (120 Prozent) und Griechenland (140) bei der Darlehnsgewährung und Schuldentilgung zugute komme. Den Euro selbst sieht Franz nicht gefährdet, der Budgetsaldo bewege sich "wesentlich geringer als in Japan oder der USA". Auch der gerne in die Diskussion gebrachte mögliche Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei weder rechtlich möglich noch erforderlich, so Franz. Zugleich warnte er dringend davor, der Europäischen Zentralbank die Schuldenlast aufzubürden. Dieser vergleichbar in den USA bestrittene Weg, die Notenbank "zur Monetarisierung der Schulden zu missbrauchen", fördere lediglich die Inflation. Entsprechend teilte der Referent auch Eurobonds eine Absage. "Die Endlichkeit dieser Politik war absehbar", so Franz, der das Konzept der Fünf Weisen, das unlängst der Bundeskanzlerin übereicht wurde, als einen "langen und steinigen Weg" bezeichnete. Als Optimist strebe er für die Euroländer keine völlige Schuldenfreiheit an; allein ein Zusteuern auf die Grenze von Maastricht werde die Märkte wieder beleben und damit zu mehr Produktivität und Steuereinnahmen führen. Es schloss sich eine interessante Fragerunde mit dem Publikum an, das die Rolle und Macht der Ratingagenturen, Finanzhilfen aus China und die Wirkung der sogenannten Schuldenbremse betrafen. Den Gast aus Mannheim verabschiedeten Rainer Eckert und Jürgen Walther mit einem besonderen Dank und ein Schlüsselanhänger aus Mammutelfenbein sowie einer Flasche guten Odenwälder Tropfens.


Mit Professor Dr. Dr. Wolfgang Franz (Mitte) haben für die Volksbank Odenwald eG deren Vorstandsvorsitzende Rainer Eckert (links) und die Industrievereinigung Odenwaldkreis, vertreten durch den Vorsitzenden Jürgen Walther, einen Kenner der gesamtwirtschaftlichen Lage und Berater der Bundesregierung nach Michelstadt eingeladen.

Schule/Ausbildung

Schüler ziehen höheren Abschluss vor

Auch Hauptschüler gehen ihren Weg
von Manfred Giebenhain

Odenwaldkreis. Wie sieht es um die Versorgung der Schulabgänger vom Sommer 2011 aus? Die IVO wollte es genau wissen und wurde vom Ergebnis ihrer Nachfrage positiv überrascht.

„Sowohl bei den Berufszielen als auch in der Versorgung durch Ausbildungsplätze ist es um unsere nächste Generation gut bestellt“, freute sich der geschäftsführende Vorstand Hermann Braun nach der Auswertung einer Umfrage unter den sieben weiterführenden Schulen. Fast ausnahmslos haben die Mehrzahl der Haupt- wie Realschüler nach ihren Abschlussprüfungen auf eine darauf aufbauende Schulform gewechselt.

Zum Stand Oktober waren es allein an der Oberzentschule Beerfelden 58 der 94 Realschüler, die sich für einen weiteren Schulbesuch entschieden; von den Hauptschülern waren es zwanzig von 33. Elf Hauptschüler haben ein Ausbildungsverhältnis aufgenommen; zwei weitere ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) eingelegt. Unter den Realschülern waren es fünf; 31 unterzeichneten einen Ausbildungsvertrag.

Die Theodor-Litt-Schule Michelstadt verzeichnete 21 Hauptschüler, die weiter zur Schule gehen und 13, die in einen Betrieb wechselten (4 FSJ). Von den 62 Realschülern nahmen 25 eine Ausbildung auf und 37 drücken weiterhin die Schulbank. Die Schule meldete sieben „unversorgte“ Schüler. Elf der 29 Hauptschüler von der Schule am Sportpark in Erbach haben eine Ausbildung begonnen; 14 wechselten in eine andere Schulform und vier blieben ohne konkrete Angaben. Von den Realschülern machten 36 weiter, 30 gingen in die Lehre und vier in das FSJ.

Neben der Ernst-Göbel-Schule Höchst wechselten nur noch von der Georg- August-Zinn-Schule Reichelsheim mehr Realschüler in eine Ausbildung als auf eine andere Schule. Exakt waren es 33. Vier traten das FSJ an und 25 sind derzeit noch Schüler. Unter den Hauptschülern gingen neun in die Lehre und 13 weiter auf die Schule. In Höchst waren es 22 Schüler, die einen Ausbildungsvertrag erhielten. Von den Hauptschülern traten sechs eine Lehre an und 21 streben einen höheren Abschluss an. An der Carl-Weyprecht- Schule Bad König waren es 20, acht traten in das Berufsleben ein und zehn weitere bestritten andere Wege. Von den Realschülern streben 32 derzeit einen höheren Abschluss an und 15 wechselten in Betriebe. Acht Schüler entschieden sich für ein FSJ oder einen anderen Weg.

„Insgesamt stellen wir fest, dass von den gut 600 Schulabgängern sich etwas mehr als 55 Prozent für eine weiterführende Schule und rund 40 Prozent für eine Ausbildung entschieden haben“, fasste Hermann Braun die Befragung zusammen. Die IVO bleibt am Ball und wird sich als nächstes über den Umfang der unbesetzten Ausbildungsstellen erkundigen und die Gründe hierfür erfragen.

IVO Aktuell

Industrievereinigung Odenwaldkreis besorgt um Zukunftschancen des Odenwaldkreises
Auf seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Vorstand der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO) auch ausführlich mit den Zukunftschancen der Region. Um sich ein möglichst objektives und umfassendes Bild zu machen, hat Klaus Blank (Michelstadt) sechs aktuelle Vergleichsstudien und Prognosen ausgewertet und sein Augenmerk besonders auf die Frage gerichtet: "Wie wird unsere Region als Wirtschaftsstandort von draußen wahrgenommen?" Das Ergebnis ist ernüchternd und gibt allen Grund zur Sorge.
Zum kompletten Bericht

Zum 1.Januar 2011 nimmt die neu strukturierte Wirtschaftsförderung für die Wirtschaftsregion Hessischer Odenwaldkreis ihre Arbeit auf.
In Anlehnung an das von der IVO erstellte Konzept zur Zusammenlegung von Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsservice werden nun alle Aufgaben an einer Stelle gebündelt.

Termine

Odenwälder Berufs- und Informationstage (OBIT) an folgenden Schulen:
Georg-Ackermann-Schule, Breuberg/Rai-Breitenbach: 7. Februar 2012
Schule am Sportpark, Erbach: 8. Februar 2012
Theodor-Litt-Schule, Michelstadt: 14. Februar 2012
Ernst-Göbel-Schule, Höchst: 15. Februar 2012
Georg-August-Zinn-Schule, Reichelsheim: 16. Februar 2012
Carl-Weyprecht-Schule, Bad König: 23. Februar 2012
Oberzent-Schule, Beerfelden: 29. Februar 2012

Unsere Position: Breitband – Schiene - Straße – IVO

Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr und optimistischer Blick nach vorne

Die Entwicklung der Infrastruktur im Odenwald ist der Dauerbrenner unter den Arbeitsschwerpunkten der IVO.

Gegenwärtig scheint es, als habe die Firma Klenk, die für die Verlegung der Leerrohre für das flächendeckende Breitbandnetz im Odenwald verantwortlich ist, alle in Hessen verfügbaren Kleinbagger in Hessen zusammengezogen, um die Bauarbeiten voranzutreiben. Selten haben wir so gerne Verkehrsbehinderungen und Baustellen akzeptiert wie für dieses Projekt. Die OREG, und hier ganz besonders mein Namensvetter Jürgen Walther, erstellte hier ein fantastisches Projekt, das der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe in hohem Maße dient. Jetzt müssen wir diesen Vorteil ausnutzen, denn die Nachbar- Regionen schauen schon mit großem Interesse auf uns und werden nachrücken. Zur Schiene kann ich mich kurz fassen. Die noch unter Alt-Landrat Schnur installierte Odenwaldbahn ist ein Joker für unsere Region. Hier bleiben nur zwei Ziele: Zunächst ein paar Express-Züge zu realisieren, die in 60 Minuten von Erbach/Michelstadt nach Frankfurt-Hbf und zurück fahren. Und viel wichtiger: Diese ausgezeichnete Versorgung auch langfristig zu erhalten. Hier müssen Verbände und die Politik gezielt und frühzeitig einwirken.

Zum Schluss ein Blick auf die Straße. Die unendliche Baustellen-Geschichte in Gammelsbach wurde dann doch noch irgendwann abgeschlossen. Die ewige Behinderung in Ebersberg an der B45 um ein paar Meter Radweg zu bauen, haben wir nun auch hinter uns. Die Zeller Brücke steht im Ruf ein Baustellen-Museum zu werden, denn die für die Sanierung nötige Zeit, die den Autofahrern viel abverlangt, zieht sich in die Länge. Das Straßenbauamt Bensheim scheint den Odenwald nicht ernst genug zu nehmen!

Die B38 zwischen Reichelsheim und Fürth ist nach langer Sanierung auch wieder befahrbar. Hoffen wir, dass die Ortsumgehungen für Mörlenbach und Rimbach kommen, um unsere Anbindung nach Mannheim zu optimieren. Wir werden auch 2012 für die Wirtschaft des Odenwaldes eintreten, mit dem Ziel Arbeitsplätze zu halten und neue zu generieren.

Mit den besten Wünschen für eine frohe Weihnachtszeit und ein zufriedenes neues Jahr

Ihr Jürgen Walther, 1. Vorsitzender

Die IVO begrüßt das Projekt "Odenwald Breitband":
Hinweis:
Hier finden Sie den Sonderbericht aus odenwald-regional zur Ausbildungsbörse der IVO mit allen Ausbildungsberufen im Odenwald.
Der neue IVO-Flyer:

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